Nachhaltige Camping-Ausrüstung: Umweltschonend unterwegs in der Natur
Camping bringt einen näher an die Natur als fast jede andere Urlaubsform – und genau deshalb fällt hier besonders auf, wenn Ausrüstung und Verhalten nicht dazu passen. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es bei nachhaltiger Camping-Ausrüstung wirklich ankommt, welche Materialversprechen halten – und welche Regel beim Abwaschen in der Natur wichtiger ist als jede Kaufentscheidung.

1. Der größte Hebel: Ausrüstung, die hält
Klassische Camping-Ausrüstung besteht überwiegend aus Kunststoff und synthetischen Fasern. Das ist nicht per se das Problem – das Problem ist Ausrüstung, die nach zwei Saisons ersetzt wird. Ein billiges Zelt, dessen Gestänge im ersten Sturm bricht, hat eine deutlich schlechtere Ökobilanz als ein hochwertiges Zelt aus demselben Material, das fünfzehn Jahre hält. Achte in dieser Reihenfolge auf:
- Reparierbarkeit – gibt es Ersatzgestänge, Flickmaterial und Reißverschluss-Schieber einzeln zu kaufen?
- Verarbeitung an den Belastungspunkten – Nähte, Abspannpunkte, Reißverschlüsse. Dort geht Ausrüstung kaputt, nicht in der Fläche.
- Gebraucht kaufen – der mit Abstand nachhaltigste Weg zu einem Zelt. Camping-Ausrüstung wird oft ein einziges Mal benutzt.
- Erst dann das Material.
2. Materialien richtig einordnen
- Recyceltes Polyester für Zelte und Rucksäcke: robust, formstabil, UV-beständiger als Nylon. Der Global Recycled Standard belegt den Recyclinganteil – ohne Zertifikat ist es eine Selbstauskunft.
- PFC-freie Imprägnierung: Wasserdichtigkeit ohne per- und polyfluorierte Chemikalien ist heute Standard bei guten Herstellern. Nachimprägnieren nicht vergessen – eine nachimprägnierte Jacke ersetzt eine neue.
- Bambusgeschirr: als Massivholz haltbar, als „Bambus-Melamin“ dagegen ein Verbundmaterial mit Kunstharz. Letzteres darf nicht in die Mikrowelle und nicht mit heißem Fett in Kontakt kommen – dabei können Formaldehyd und Melamin übergehen. Wer sichergehen will, nimmt Edelstahl.
- Solarlampen sparen Batterien, halten aber nur so lange wie ihr fest verbauter Akku. Modelle mit wechselbarem Akku sind die deutlich bessere Wahl.
3. Kochen auf dem Platz
- Kocher: Ein Gaskocher ist emissionsärmer und sauberer als ein Holzkocher – und in vielen Regionen im Sommer die einzig erlaubte Option, weil offenes Feuer wegen Waldbrandgefahr verboten ist. Mehrwegkartuschen mit Ventil sind Einwegkartuschen vorzuziehen.
- Windschutz benutzen: Er senkt den Gasverbrauch spürbar – die einfachste Effizienzmaßnahme überhaupt.
- Verpackungsfrei einkaufen und in eigene Dosen umfüllen: spart Abfall, den du sonst wieder mitnehmen musst.
4. Abwaschen in der Natur – die Regel, die oft fehlt
Das ist der wichtigste Abschnitt dieses Artikels, und er widerspricht einer verbreiteten Annahme: Auch biologisch abbaubare Reinigungsmittel gehören nicht in Seen, Bäche oder Flüsse. „Biologisch abbaubar“ heißt, dass Mikroorganismen den Stoff im Boden oder in der Kläranlage zersetzen – nicht, dass er im Gewässer harmlos wäre. Tenside schädigen die Kiemen von Fischen und die Oberflächenspannung, auf die Wasserinsekten angewiesen sind, lange bevor der Abbau einsetzt.
- Mindestens 60 m Abstand zu jedem Gewässer einhalten.
- Wasser im Behälter transportieren und das Spülwasser breitflächig auf durchlässigem Boden ausgießen – die Bodenschicht übernimmt die Filterung.
- Essensreste vorher abwischen und im Müll entsorgen, nicht ins Spülwasser geben. Sie ziehen Wildtiere an.
- Sparsam dosieren. Ein Konzentrat wie das BiOHY Spülmittel reicht in sehr kleiner Menge für eine ganze Schüssel; für fettiges Geschirr ist heißes Wasser wirksamer als mehr Spülmittel.
- Auf dem Campingplatz gehört das Spülwasser selbstverständlich in die dafür vorgesehene Spüle – sie ist an die Kläranlage angeschlossen.
5. Zero-Waste-Camping in der Praxis
- Wiederverwendbares Geschirr aus Edelstahl statt Einwegplastik – leicht, unzerbrechlich, spülmaschinenfest.
- Alles wieder mitnehmen, auch Obstschalen und Papiertaschentücher. Bananenschalen brauchen im Gebirge mehrere Jahre.
- Kompostieren nur dort, wo es vorgesehen ist. Organische Abfälle einfach liegen zu lassen, verändert die Nährstofflage des Bodens und gewöhnt Wildtiere an Menschen.
- Toilettenpapier gehört in den Müllbeutel, nicht unter den nächsten Stein.
6. Nach der Tour: Pflege statt Neukauf
- Zelt immer vollständig trocknen, bevor es eingepackt wird. Feucht verstautes Zeltmaterial verstockt innerhalb weniger Tage – das ist die häufigste Todesursache von Zelten überhaupt.
- Schlafsack locker lagern, nicht komprimiert im Packsack. Sonst verliert die Füllung dauerhaft an Bausch.
- Gerüche in Schlafsack, Innenzelt und Funktionskleidung entstehen durch Rückstände, nicht durch die Faser. Der Geruchsneutralisierer löst sie, statt sie mit Duft zu überdecken.
- Funktionskleidung ohne Weichspüler waschen – er legt sich auf die Faser und zerstört die Atmungsaktivität. Vordosierte Waschmittel Blätter sind auf Tour praktisch, weil sie nicht auslaufen können.

7. Was BiOHY dazu beiträgt – und was nicht
Damit hier nichts Falsches steht: BiOHY stellt keine Zelte, Rucksäcke, Kocher, Lampen oder Trinkflaschen her. Wir machen biologisch abbaubare Reinigungskonzentrate – relevant fürs Camping sind sie beim Abwaschen, beim Wäschewaschen unterwegs und bei der Pflege der Ausrüstung nach der Tour:
- Spülmittel – hoch konzentriert, dadurch sehr sparsam zu dosieren; bitte mit dem Abstand aus Abschnitt 4 verwenden.
- Waschmittel Blätter – vordosiert, auslaufsicher, ohne Flasche im Gepäck.
- Geruchsneutralisierer – für Schlafsack, Innenzelt und Funktionskleidung.
Fazit
Nachhaltiges Camping entscheidet sich weniger im Ausrüstungsladen als auf dem Platz: Ausrüstung lange benutzen und reparieren, alles wieder mitnehmen, sparsam dosieren und Spülwasser vom Gewässer fernhalten. Wer diese vier Punkte einhält, campt umweltfreundlicher als jemand, der ein komplett neues „öko“-Set gekauft hat.
Passend dazu aus dem BiOHY Sortiment: Spülmittel · Waschmittel Blätter · Geruchsneutralisierer